Businessfrau meets Mädel von der Alm

Wenn Frauen eines überhaupt nicht leiden können, ist es – allein aufgrund ihres Äußeren – in eine Schublade gesteckt zu werden. So werden Frauen im Anzug gleich als Businessfrau bezeichnet, Frauen im Minirock als leichte Beute fürs Bett gesehen und ungeschminkte Frauen gleich als Landei abgetan. Das ist leider nicht nur unter Männern gang und gäbe, auch die Frauen untereinander ordnen sich gern gegenseitig in eine gewisse Kategorie ein, um ihr Revier und ihre Rivalinnen besser einschätzen zu können.

Doch so einfach ist das gar nicht, denn Frauen sind regelrechte Verkleidungs- und Verwandlungskünstler. Beim Urlaub im Allgäu schlüpft man auch als erfolgreiche Managerin der IT-Branche gern mal in ein zünftiges Dirndl oder verzichtet auf lackierte Fingernägel und die brave Bäuerin von der Alm erntet im sexy Outfit oder schicken Abendkleid auf einer Party im Hostel Berlin schon mal bewundernde Blicke.

In jeder Frau stecken also mehrere Frauen: eine Businessfrau und ein natürliches Mädel von der Alm, eine heiße Geliebte und eine liebevolle Hausfrau. Oftmals muss man das als Frau auch alles gleichzeitig sein, so dass das Outfit, was man gerade trägt nur einen Teil des Gesamtwesens zeigt. Im zünftigen Dirndl kann sich ebenso eine taffe Geschäftsfrau verbergen wie ein schüchternes Mauerblümchen im sexy Partykleid. Wenn im Hotel Hannover gerade wieder ganze Delegationen von Fachleuten für Messen und Ausstellungen absteigen, wird man wohl kaum ein Dirndl oder einen Minirock zu sehen bekommen. Ebenso wie ein Nadelstreifenanzug auf der Alm oder in der Disco fehl am Platz wäre. Am Morgen schlüpft Frau in ihr Businesskostüm, am Nachmittag ins bequeme Hauskleid und am Abend ins heiße Partykleid. Ob das schon was mit Schizophrenie zu tun hat? Keineswegs! Wir Frauen sind eben vielseitig und zeigen gern, was in uns steckt.

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